YouTube bietet eine Reihe von Tools zur Verwaltung von Urheberrechten, mit denen Rechteinhaber ihr urheberrechtlich geschütztes Material auf YouTube verwalten können. Mit diesen Tools kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden, während Creator und Künstler gleichzeitig die Tools und Ressourcen zur Verfügung haben, die sie zur Verwaltung ihrer Onlineinhalte benötigen. Der Transparenzbericht zum Urheberrecht enthält Informationen über die Bemühungen, das Urheberrecht auf YouTube durchzusetzen. Der Bericht umfasst die Themen Zugriff für jeden, Ein ausgewogenes System und Innovative Tools mit nützlichen Funktionen.
Bei YouTube dreht sich alles darum, den eigenen Ideen und der Kreativität freien Lauf zu lassen. YouTube will allen die Möglichkeit bieten, gehört zu werden und die Welt kennenzulernen. Deshalb entwickeln wir Tools, mit denen Nutzer besser als je zuvor Informationen aufrufen, erstellen und teilen können. So erhalten sie eine größere Auswahl und mehr Möglichkeiten und lernen viele verschiedene Perspektiven kennen. Jeden Monat besuchen Milliarden angemeldete Nutzer YouTube. Im Jahr 2023 haben so viele Nutzer wie noch nie Inhalte auf YouTube erstellt.
YouTube bietet Rechteinhabern mit seinen abobasierten und werbeunterstützten Modellen außerdem die Möglichkeit, sowohl mit ihren eigenen als auch mit von Nutzern hochgeladenen Inhalten Geld zu verdienen. Durch unsere Partnerschaften mit Musiklabels, Gesellschaften zur Wahrnehmung der Urheberrechte, Musikverlegern, Fernsehsendern und Filmstudios erzielen wir beträchtliche Einnahmen für die Kreativbranche. YouTube hat in den drei Jahren vor Januar 2024 weltweit mehr als 70 Milliarden US-Dollar an Creator, Künstler und Medienunternehmen ausgezahlt.
Im Januar 2024 hatte YouTube über 100 Millionen Premium- und Music-Abonnenten – einschließlich Abonnenten, die einen Testzeitraum nutzten – in 100 Ländern. Mit Content ID hat YouTube eine vollkommen neue Einnahmequelle aus werbeunterstützten, von Nutzern erstellten Inhalten geschaffen. So erhielten Rechteinhaber weltweit bis Dezember 2022 allein aus Anzeigen mehr als 9 Milliarden US-Dollar durch Inhalte, die über das Tool beansprucht und monetarisiert wurden.
Die drei wichtigsten Tools in unserer Suite für die Verwaltung von Urheberrechten sind das Webformular, das Copyright Match Tool und Content ID. Jedes dieser Tools verhindert den Upload von Kopien übereinstimmender Inhalte. Wir haben sehr viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung und den Betrieb dieser Tools investiert.
Webform | Copyright Match Tool | Content ID | |
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Zielgruppe | YouTube-Kanäle und andere Rechteinhaber, deren urheberrechtlich geschützte Inhalte selten von anderen noch einmal veröffentlicht werden | YouTube-Kanäle und andere Rechteinhaber, deren urheberrechtlich geschützte Inhalte manchmal geteilt werden | Filmstudios, Musiklabels, Verwertungsgesellschaften und andere, deren urheberrechtlich geschützte Inhalte häufig geteilt werden |
Berechtigte | Alle | Mitglieder des YouTube-Partnerprogramms oder Rechteinhaber, die berechtigte Anträge auf Entfernung eingereicht haben | Rechteinhaber, die ihren Bedarf an einem skalierten Tool, Kenntnisse des Urheberrechts sowie ausreichende Ressourcen für die Verwaltung eines komplexen Systems für den automatischen Abgleich nachgewiesen haben |
Ressourcen | Selbst | Selbst | Spezielles Team mit Fachkenntnissen |
Zugriff | Alle | Mehr als 3 Millionen Kanäle | Mehr als 7700 Partner |
Blockiert erneutes Hochladen | Ja | Ja | Ja |
Automatisierung | Mittel: Übereinstimmungen mit entfernten Videos werden angezeigt | Hoch: Übereinstimmungen von entfernten Videos werden für alle Nutzer angezeigt und Übereinstimmungen von Videos im eigenen Kanal werden für einige Nutzer angezeigt, z. B. Nutzer, die am YouTube-Partnerprogramm teilnehmen | Sehr hoch |
Missbrauch | Hoch | Niedrig | Niedrig |
Alle Rechteinhaber haben Zugriff auf das Webformular, mit dem sich Anträge auf Entfernung aus urheberrechtlichen Gründen ganz einfach und effizient einreichen lassen. Das Formular ist in 80 Sprachen verfügbar und wurde für die gelegentliche Nutzung durch Creator entwickelt, die nur wenige Urheberrechte an Inhalten haben und ihre Inhalte nur selten auf YouTube finden. Für die meisten Rechteinhaber ist das Webformular ausreichend. Creator, die mithilfe des Webformulars Videos von YouTube entfernen lassen, haben jedoch auch Zugriff auf verschiedene hilfreiche Funktionen. Sie können z. B. YouTube auffordern, den erneuten Upload von Kopien der entfernten Videos zu verhindern. Das Copyright Match Tool findet außerdem mögliche Kopien von Videos, die über das Webformular entfernt wurden, und informiert den Anspruchsteller über diese Übereinstimmungen.
Ausschnitt der Benutzeroberfläche des Webformulars.
Partner mit Zugriff auf Content ID können jede Übereinstimmung (siehe „Content ID“ unten) in einen Antrag auf Entfernung aus urheberrechtlichen Gründen umwandeln. Dazu steht ihnen in Content-Manager von YouTube Studio ein Webformular für Unternehmen zur Verfügung. Das Webformular für Unternehmen ist eine optimierte Version des öffentlichen Webformulars. Es ist gedacht für erfahrene Anspruchsteller, die große Mengen von Anträgen auf Entfernung von Videos einreichen, welche ihrer Meinung nach möglicherweise ihre Urheberrechte verletzen. Außerdem hat eine kleine Anzahl von Rechteinhabern und Anti-Piraterie-Anbietern über das Programm zur Inhaltsprüfung (Content Verification Program, CVP) Zugriff auf das Webformular für Unternehmen.
Durch die intensive Zusammenarbeit mit Creatorn haben wir festgestellt, dass es Rechteinhaber gibt, deren urheberrechtlich geschützte Inhalte besonders häufig von anderen noch einmal veröffentlicht werden. Diese Rechteinhaber müssen dementsprechend öfter als andere Creator Anträge auf Entfernung aus urheberrechtlichen Gründen stellen. Deshalb hat YouTube das Copyright Match Tool entwickelt, mit dem Creator und Rechteinhaber die hilfreiche Content ID-Abgleichstechnologie (ausführliche Beschreibung unten) nutzen können.
Das Copyright Match Tool ist für alle YouTube-Nutzer verfügbar, die über das Webformular einen gültigen Antrag auf Entfernung aus urheberrechtlichen Gründen eingereicht haben. Sobald der Deaktivierungsantrag genehmigt wurde, werden YouTube-Uploads über das Copyright Match Tool auf mögliche Übereinstimmungen mit den Videos geprüft, die im Antrag auf Entfernung angegeben sind. Das Tool macht den Antragsteller auf diese möglichen Übereinstimmungen aufmerksam, sodass dieser entscheiden kann, welche Maßnahme als Nächstes ergriffen werden soll.
Für Creator im YouTube-Partnerprogramm (YPP) sowie alle Kanäle, für die das Antragsformular für die Tools zur Verwaltung von Urheberrechten ausgefüllt und angegeben wurde, dass ein Tool zur erweiterten Rechteverwaltung benötigt wird, sucht das Copyright Match Tool auch nach potenziellen Übereinstimmungen mit Videos auf anderen YouTube-Kanälen. Ein Creator, der Zugriff auf diese Funktion des Copyright Match Tools hat, muss einfach nur der Erste sein, der ein Video auf YouTube hochlädt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sichtbarkeit auf „öffentlich“, „privat“ oder „nicht gelistet“ eingestellt ist.
Für jede Videoübereinstimmung zeigt das Copyright Match Tool dem Nutzer Informationen zur Gesamtzahl der Aufrufe, zum Kanal, über den das Video hochgeladen wurde, zum Prozentsatz des Videos, der aus dem Inhalt des Rechteinhabers besteht, und einige Frames des Videos an. Das Tool gibt auch an, ob nur für den Audioteil des Videos eine Übereinstimmung festgestellt wurde oder ob es sich nur um eine teilweise Übereinstimmung handelt, bei der das Video nicht einfach noch einmal hochgeladen wurde, sondern Ausschnitte daraus verwendet wurden. Nutzer können mit dem Tool die Übereinstimmung archivieren und das Video auf YouTube lassen, einen Deaktivierungsantrag stellen (und bei Bedarf YouTube auffordern, das Hochladen von Kopien automatisch zu verhindern) oder sich an den Uploader wenden.
Content ID ist unsere Lösung für Nutzer, die komplexe Anforderungen an die Rechteverwaltung haben, z. B. Filmstudios, Musiklabel und Verwertungsgesellschaften. Kleinere, unabhängige Creator, die die Voraussetzungen für Content ID nicht erfüllen, können die entsprechenden Funktionen trotzdem über verschiedene Dienstleister nutzen. Diese verwalten die Rechte von anderen in deren Auftrag täglich über das System.
YouTube und seine Content ID-Partner schließen eine Vereinbarung ab, in der die Parameter für die Verwendung des Tools festgelegt werden. Diese Vereinbarung ermöglicht es YouTube, die Inhalte des Urheberrechtsinhabers in einem angemessenen Rahmen zu nutzen, damit Content ID funktioniert. Partner stellen YouTube Referenzdateien für ihre Werke zur Verfügung, zusammen mit Metadaten wie Titeln und detaillierten Eigentumsrechten. YouTube erstellt anhand dieser Referenzen digitale Fingerabdrücke für die Werke des Urheberrechtsinhabers und führt automatisierte Scans der Plattform durch. Mit diesen kann dann festgestellt werden, ob Inhalte in einem hochgeladenen Video mit den Referenzinhalten übereinstimmen.
Urheberrechtsinhaber und Dienstleister verwalten die Nutzung ihrer Inhalte auf der Plattform im Content-Manager von YouTube Studio. Dort können sie auch festlegen, ob das System übereinstimmende Inhalte sperren, monetarisieren oder beobachten soll. Die Rechteinhaber können verschiedene Richtlinien anwenden: Sie können das Video auf YouTube lassen und Geld damit verdienen, sie können es online lassen und die Statistiken beobachten oder sie können es sperren, damit es nicht mehr angesehen werden kann. Zwischen dem Juli 2023 und dem Dezember 2023 haben sich Rechteinhaber dafür entschieden, mehr als 90 % aller Content ID-Ansprüche zu monetarisieren. Die Benutzeroberfläche des Content-Managers von YouTube Studio bietet eine detaillierte Zugriffssteuerung und unterstützt Nutzer mit spezifischen, komplexen oder sogar in Konflikt stehenden Eigentumsrechten. Beispielsweise können Rechte und Richtlinien nur für bestimmte Länder gelten und bewirken, dass ein Video in einem Land monetarisiert wird und in einem anderen gesperrt ist.
Referenzdateien mit fehlerhaften oder widersprüchlichen Daten zu Eigentumsrechten können zu Problemen zwischen Content ID-Partnern führen. Content ID ist dazu gedacht, solche Eigentumskonflikte zwischen Partnern zu lösen und Streitigkeiten zwischen Uploadern zu schlichten. In einigen Situationen, z. B. wenn das System nicht sicher erkennen kann, ob ein Anspruch erhoben werden sollte, erzeugt es eine Reihe von möglichen Ansprüchen, die vor der Aktivierung manuell überprüft werden müssen. Content ID verlangt den Nutzern also erheblichen operativen Aufwand ab. Ohne diesen Aufwand könnten die Rechte anderer Rechteinhaber verletzt und legitime Uploads unangemessen beeinträchtigt werden.
Hinweis zur Datenerhebung:
Sofern unten nicht anderweitig vermerkt, wurden alle Daten in diesem Bericht von Juli 2023 bis inklusive Dezember 2023 erhoben:
† Am April 2024 als Momentaufnahme erhobene Daten. Bei einigen Daten, z. B. zum Anteil der Gegendarstellungen und zu Content ID-Einsprüchen, werden die damit verbundenen, späteren Ereignisse berücksichtigt. Wir beginnen mit einer Reihe von Ansprüchen oder Entfernungen aus dem Zeitraum H2 2023. Nach diesem Zeitraum sammeln sich aber weiter Einsprüche und Gegendarstellungen an, da sie jederzeit möglich sind. Gegen einen am 30. November 2023 erhobenen Anspruch kann beispielsweise am 1. April 2024 Einspruch erhoben werden. Für diese Datenpunkte haben wir entschieden, drei Monate nach Ende des Zeitraums H2 2023 eine Momentaufnahme zu erstellen.
Frühere Versionen dieses Berichts für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2022 finden Sie im PDF-Download-Center.